Cala Agulla oder wenn Gedanken fliegen lernen

Der Strand Cala Agulla auf Mallorca

» Du bist dort, wo deine Gedanken sind. Sieh zu, dass deine Gedanken da sind, wo du sein möchtest. «

– Rabbi Nachman

April, das ist für mich eigentlich der Monat im Jahr, ab dem es wieder aufwärts geht. Die Tage werden länger, alles fängt an zu blühen, man kann draußen sitzen und das erste Eis des Jahres genießen. April bedeutet für mich: Die Winterjacke bleibt endgültig im Schrank, die Zeit des Zwiebel-Looks ist vorbei. Normalerweise. Denn gerade als ich in diesem Jahr gedacht habe, der Frühling hätte es endlich geschafft, heißt es plötzlich: Der Winter kommt zurück. Ich ertrage Kälte und Schnee im Januar schon kaum, aber im April hat Frost für mich nichts verloren. Und das ist der Moment, an dem ich meine Sommer-Playlist auf Spotify anschalte, das Internet nach meinem nächsten Reiseziel durchsuche und mich ganz weit wegträume. Am besten an einen Strand, lang und weiß, umrahmt von Natur und hellblauem Meer. An die Cala Agulla zum Beispiel. 

Der Strand gehört zu den beliebtesten auf Mallorca, vielleicht, weil er so ziemlich ideal für jeden ist. Für Familien, die mit ihren Kindern im flach abfallenden Sand spielen wollen. Für die, die einen abgelegenen Platz suchen und ihn hier am Rand der Bucht zwischen Felsen und Wald finden. Für Sportliche, für Naturliebhaber und Taucher.

Die Cala Agulla neben Cala Ratjada auf Mallorca

Blick auf den Strand Cala Agulla auf Mallorca

Die Cala Agulla ist eine etwa 1,5 Kilometer lange Bucht im Osten von Mallorca. Hinter ihr liegt ein Naturpark und wer sein Auto auf dem Parkplatz abstellt, läuft zwangsläufig durch den Wald hindurch, um zum Strand zu gelangen. Wo wir schon beim Parken sind: Das kostet hier 4,50 pro Tag, was verglichen mit der Playa de Formentor ein richtiges Schnäppchen ist. Aber wer auch das sparen möchte: Einfach im angrenzenden Ort Cala Ratjada parken und von dort aus zum Strand hinunter laufen.

Die Bucht ist ein kleines Naturwunder für mich. Obwohl man überhaupt keinen Wind merkt, rauscht das Meer in gleichmäßigen Wellen Richtung Strand. Es ist perfekt, um sich eine Luftmatratze zu schnappen und sich treiben zu lassen oder die Fische unter Wasser zu beobachten. Und keine Sorge falls ihr keine Matratze im Gepäck habt: Man findet an beinahe jedem Strand eine ganze Auswahl von zurückgelassenen Luftmatratzen. Wenn man alle von ihnen einsammeln würde, könnte man wahrscheinlich einen eigenen Laden damit aufmachen.

Naturpark am Strand Cala Agulla auf Mallorca

Was für mich fast noch besser ist als die Stunden, in denen ich durch die Wellen schwimme oder mich über sie hinweg tragen lasse, ist die Zeit danach. Wenn ich zurück am Strand bin, im Sand liege und immer noch die Wellen spüre. Wer das nicht kennt hält mich wahrscheinlich für verrückt, aber für mich ist es das absolute Urlaubsgefühl. Es ist das Zeichen abzuschalten, in einem Buch zu versinken, für die Außenwelt eine Zeit lang nicht erreichbar zu sein – und ausnahmsweise mal überhaupt kein schlechtes Gewissen deswegen zu haben. Dass man hier sowieso keinen guten Empfang und erst Recht kein WLAN hat, ist deshalb kein Nachteil, sondern eher die nachdrückliche Erinnerung, das Smartphone direkt in der Tasche zu lassen. Und so gerne ich Zuhause auch Nachrichten schreibe: Das ist manchmal die größte Entspannung überhaupt.

Wie für die meisten mallorquinischen Stränden, gilt auch für die Cala Agulla: So richtig viel Platz hat man während der Sommermonate erst in den frühen Abendstunden. Aber so ist das eben auf einer Insel, die vom Tourismus lebt – es sind entsprechend viele Besucher da, mal ganz abgesehen von der einheimischen Bevölkerung, die ab und zu auch mal ans Meer fährt. Ich denke, damit kann man leben. Der Tag ist lang, die Sonne scheint (im besten Fall) und man hat keinen Zeitdruck. Und wenn im Urlaub für etwas keinen Platz ist, dann ist es Stress und sich unnötig über alles Mögliche aufzuregen.

Blick von der Bucht Cala Agulla auf das Meer

Naturpark hinter dem Strand Cala Agulla auf Mallorca

Das Leben ist kein Wunschkonzert heißt es so oft und wir können leider nicht immer da sein, wo wir es gerne wären. Ob wir auf Arbeit sind und uns zurück ins Bett wünschen, wir im Stau stehen und einfach nur das Ziel erreichen wollen oder ob es draußen regnet und wir eigentlich in der Sonne liegen möchten. Aber wenn wir schon physisch nicht wegfliegen können, in Gedanken geht es. Die kann niemand an einen Ort binden. Sie tragen uns weg vom Alltagsgrau und dem kalten April hin zu warmen Sommertagen an mallorquinischen Stränden.


 

5 Kommentare

  1. Danke für diese kurze Auszeit bei einem Kaffee und den Gedankenspaziergang auf diese wunderbare Insel. Die Cala Agulla hat mir auch sehr gut gefallen und auch ich liebe dieses Gefühl, einfach im Sand zu liegen und den Moment zu genießen.
    Einen schönen Tag und herzliche Grüße, Sabrina

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