Cala Mesquida – A place to dream away

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» Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden. «

– Marlon Brando

A place to dream away. Ein Ort zum… ja, wie sagt man dazu auf Deutsch? Ich hab lange überlegt, aber etwas Treffendes, was gleichzeitig gut klingt, ist mir nicht eingefallen. Denn dream away ist mehr als nur träumen. Es hat mehr was von sich weg träumen oder fort träumen, falls das irgendwie Sinn ergibt. Jedenfalls: Es ist genau das, was man an der Cala Mesquida machen kann.

Die Cala Mesquida ist eine von vielen, vielen Buchten auf der Insel. Wenn sich Mallorca perfekt für etwas eignet, dann ist es eine Art Rundreise-Strandurlaub, bei dem man jeden Tag sein Handtuch an einer anderen Bucht ausbreitet. Das hatte ich mir für diesen Sommer vorgenommen: Endlich mal mehr der Buchten sehen, nicht nur Pauschalurlaub-mäßig immer am gleichen Ort zu liegen. Ich bin immer noch weit davon entfernt alle 250 Strände gesehen zu haben, aber ich bin trotzdem überzeugt: Viel schöner als die Cala Mesquida könnte eine Bucht kaum sein. Allein der Anblick der Dünenlandschaft, wenn man auf das Meer zugeht, ist den Ausflug wert. Dafür unbedingt den kleinen Umweg über den Holzpfad nehmen!

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Ein weiterer Vorteil, wenn ihr meinen Tipp befolgt: Ihr erreicht den hinteren Teil des Strands, an dem es zwar keine Liegen gibt, aber dafür auch weniger Menschen. Nur bekommt keinen Schreck, denn praktisch das Erste, was ihr auf dem Weg vom Strand seht, ist der FKK-Bereich… Irgendwie ist der Anblick ein bisschen kurios, wie die Leute nackt, nur mit Taucherbrille auf dem Kopf und Schnorchel im Mund ins Wasser marschieren, aber gut. Ich habe ja inzwischen gelernt, dass ich nicht alles verstehen muss. Schnorcheln (gerne auch mit Badebekleidung) ist allerdings etwas, was hier super möglich ist. Ich glaube, es gibt kaum etwas Entspannteres, als sich auf dem Wasser treiben zu lassen, und die – teilweise sogar bunten – Fische unter sich zu beobachten.

Aber die Cala Mesquida ist nicht nur etwas für heiße Sommertage. Man kann mehr erleben, als das Wechselspiel zwischen sonnen, im Meer abkühlen und weiter sonnen. Die Bucht ist ein wunderbarer Rückzugsort, erst recht im Herbst, wenn die Touristen langsam weniger werden. Für mich ist sie ideal, um mit einem guten Buch bewaffnet einfach mal abzuschalten. Man kann in eine andere Welt abtauchen, ohne gestört zu werden. Und das Entscheidende ist: Wenn man zwischendurch aufschaut in die reale Welt, sieht man eine, die mindestens so schön ist wie die erfundene.

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Wer es etwas aktiver mag, kann die Cala als Startpunkt für Wanderungen nehmen und wer es noch aktiver mag, kann den Wanderweg auch einfach joggen. Das würde ich allerdings nur Menschen ohne jegliche Herz-Kreislauf-Atem-Probleme empfehlen; die Strecke ist nicht zu unterschätzen. Also nicht, dass ich da aus eigener Erfahrung sprechen würde, was das Joggen angeht. Ein Blick in die gequälten Gesichter der mir entgegenkommenden Läufer hat gereicht. Ich habe mich für die Spazier-Variante entschieden und schon so wäre der Anstieg bei 34 Grad (ein weiterer Grund im Herbst herzufahren) eine kleine Tortur gewesen, hätte der Ausblick nicht – mal wieder – jede Anstrengung vergessen gemacht. Und hätte es nicht diesen Motivationsschub gegeben: Wenn eine kleine Ziege es hier hoch schafft, werde ich das wohl auch irgendwie hinbekommen.

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Im Internet hatte ich eigentlich gelesen, dass ein „bequemer“ – ich betone nochmal, bequemer – Fußweg zu einer weiteren Bucht, der Cala Agulla, führt. Also ich weiß nicht, ob ich den falschen Weg genommen habe, das kann man bei meinen navigatorischen Fähigkeiten nie ausschließen, aber bequem war das Ganze eher weniger. Der Weg ist steil und rutschig und teilweise nicht mal als wirklicher Weg erkennbar. Aber wie gesagt: Die Aussicht entschädigt für jegliche Strapazen und zerkratzte Beine.

Bis zur nächsten Bucht habe ich es trotzdem nicht geschafft. Denn irgendwie war das, was ich für einen Kilometer Weg gehalten, doch ein bisschen mehr. Nach einer halben Stunde war auf jeden Fall immer noch kein Ende in Sicht. Aber zum Glück gibt es ja Autos, die Cala Agulla ist mir also nicht entgangen. Davon an anderer Stelle mehr.

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Umwege, steile Wege, Wege ohne Ziel – auf meinen Reisen über die Insel bin ich viele verschiedene gegangen. Aber keiner davon war umsonst, alle haben mir etwas gebracht, und sei es noch so klein. Ein Foto, eine Erinnerung oder die Erkenntnis, dass es selbst in Sackgassen irgendwie weitergeht. Und letztendlich ist es auch unwichtig, wie der Weg aussieht, solange es eben meiner ist. Wir strengen uns so sehr an, erfolgreich zu sein, schön und beliebt und mindestens so gut wie alle anderen. Dabei hat Marlon Brando Recht. Keiner kann uns überholen, keiner kann in unserem Leben besser sein als wir selbst. Wir sind die Hauptdarsteller unserer eigenen Geschichte. Wir müssen uns nur trauen, sie zu schreiben.


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