Portals Nous – Luxus für eine ganze Insel

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» Dem Überflüssigen nachlaufen, heißt das Wesentliche verpassen. «

– Jules Saliége

Kleine Dörfer mit engen Gassen, bunten Fensterläden und noch bunteren Blumen – solche Bilder habe ich hier schon oft beschrieben. Solche Bilder sind das erste, was mir durch den Kopf geht, wenn ich an Mallorca denke und der Grund, warum die Insel mich in ihren Bann gezogen hat. Trotzdem wäre es falsch, Mallorca darauf zu reduzieren. Denn auch, wenn diese Dörfer eine meiner liebsten Seiten der Insel sind, hat sie noch viele andere.

Portals Nous besitzt weder enge Gassen noch bunte Fensterläden, aber dafür von etwas anderem so viel, das es für die ganze Insel reicht. Luxus findet man hier in jeglicher Form, besonders, wenn man durch die Schranken des Hafens Puerto Portals fährt. Hier erreicht man einen Ort, an dem Geld für die meisten keine Rolle spielt. Es ist ein Ort, an dem Eltern abends schick Essen gehen, während das Kindermädchen nebenan die Kleinen umsorgt. Ein Ort, an dem Wasser in kristallbesetzten Flaschen ausgeschenkt wird und eine Getränkekarte gar nicht erst existiert, schließlich ist es ja egal, was die Dinge kosten. Kurz und knapp: Portals Nous liegt definitiv außerhalb meiner Preisklasse und vielleicht war genau das der Reiz, hier einmal hinzufahren.

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In der Promenade von Puerto Portals reihen sich edle Boutiquen an Luxus-Immobilienfirmen und Gourmet-Restaurants. Und in denen kocht natürlich nicht irgendwer. Hier kochen internationale Spitzenköche um die Wette, die ihren Gästen von indisch über Sushi bis zu italienisch fast alles bieten. Während meines Abends in Puerto Portals habe ich das Glück ins Ritzi eingeladen zu werden und bin fasziniert, wie viele Menschen scheinbar sehr viel Geld haben. Kaum wird ein Tisch frei, stehen auch schon die nächsten Gäste bereit; ohne Reservierung geht hier trotz der stolzen Preise nichts. Allerdings…wenn man bedenkt, dass allein die Miete in den Top-Spots mehrere zehntausend Euro im Monat kostet, erklären sich die Preise auch irgendwie. Als Zugabe bekommt man zum exquisiten Essen dann noch einen perfekten Blick auf die Yachten serviert. Und einige davon haben es wirklich in sich.

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Hier stehen Boote, die vermutlich mehr als doppelt so groß sind wie meine gesamte Wohnung. Die Frage „Wer braucht sowas?“ ist berechtigt und vermutlich ziemlich schnell mit einer ziemlich klaren Antwort geklärt: Keiner. Das ist zumindest meine Meinung. Und trotzdem: So etwas mal gesehen zu haben, ist schon beeindruckend, auf doppelte Weise. Es zeigt, was man heute bauen und was man sich mit Geld alles kaufen kann. Mit sehr viel Geld versteht sich. Wie viel genau, das sagen einem die Aushänge der verschiedenen Bootsagenturen. Ohne Zahlen zu nennen: Mit einem durchschnittlichen Job müsste man einige 100 Jahre arbeiten, um genug zu haben.

Aber Portals Nous kann auch anders. Neben dem Hafen schließt sich eine Bucht an, die Cala de Portals Nous. Am Strand ist alles gleich ein Stück entspannter und legerer, wenn man mal von den Yachten absieht, die vor der Bucht ankern. Über Wasser hat man den Blick auf eine kleine Insel, unter Wasser sieht man mit etwas Glück Fische oder sogar einen Oktopus. Am anderen Ende des Strands kann man über einen kleinen Felsweg in wenigen Minuten zur nächsten Bucht wandern, oder sich auf den Steinen einen Platz suchen, an dem die Luxuswelt schnell wieder weit weg ist. Wo es egal ist, dass die Haare vom Meerwasser zerzaust sind und man nicht darüber nachdenken muss, ob man hier eigentlich her passt.

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Was man sich bei einem Besuch in Puerto Portals nicht entgehen lassen sollte, ist ein Spaziergang über die Hafenmauer. Nicht nur, weil man so bis zu den größten Yachten laufen kann, sondern vor allem weil die Aussicht auf den Sonnenuntergang von hier phänomenal ist. Wenn die Sonne hinter den Booten und den Bergen versinkt, entsteht eine besondere Schönheit,  dieser gewisse, eigene Charme, nach dem ich auf all meinen Reisen suche. Es gibt ihn also auch hier, in der Glitzer-Glamour-Luxuswelt.

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Der Tag in Portals Nous war ein Ausflug in eine Welt, die absolut nicht meine ist. Aber darum reist man ja irgendwie auch, um solche Welten zu entdecken. Hier habe ich gesehen, was ich alles nicht habe – und vermutlich auch nie haben werde: Keine 1000€-Handtasche, kein Ferrari und erst recht keine dreistöckige Yacht. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich mir solche Sachen – wenigstens im Moment – auch nicht wünsche, geschweige denn sie vermisse. Überhaupt nicht. Sicher, ein bisschen Luxus gehört auch für mich zum Leben dazu. Aber dieser Luxus bedeutet für mich ein gutes Essen, ein Spaziergang am Meer oder ein Glas Wein zum Sonnenuntergang.

Ich habe an diesem Tag lauter Dinge gesehen, die ich nicht brauche und dadurch wieder gemerkt, was für mich das wirklich Wesentlich ist. Aber dass ich die Dinge nicht brauche, heißt nicht, dass ich sie nicht trotzdem faszinierend finde oder ein Stück weit bewundere. Nur: Mein Lebensglück hängt sicher nicht davon ab, ob ich mir ein überdimensionales Boot leisten kann. Und ich denke, das ist auch ganz gut so.


3 Kommentare

  1. Ich liebe Portals Nous! Dein Blog ist wirklich toll, die Bilder sind so schön farbig, genau wie ich es mag! Ich bin über Instagram auf dich gestoßen, werde deinen Blog jetzt immer freudig lesen 😉 Ich schreibe selbst auch über Mallorca, schau mal vorbei, wenn du Lust hast 😉 Liebste Grüße, Laura
    http://www.hollylovespaul.com/

    Gefällt 1 Person

    1. Also erstmal danke für dein liebes Kommentar. Das Kompliment wegen der Fotos kann ich nur zurück geben, deine sind auch wirklich schön. Ich werde selbst jetzt auch öfter mal bei dir vorbeischauen 😉
      Alles Liebe, Jessica

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