Playa es Trenc – Ein Traum in türkis-weiß

IMG_3312


» See the world. It’s more fantastic than any dream made or paid for in factories.  «

– Ray Bradbury

Mal ehrlich: Wer von uns träumt nicht davon, irgendwann in seinem Leben in die Karibik zu fliegen? Dahin, wo es diesen weißen Sand, das leuchtend türkisfarbene und gleichzeitig glasklare Meer gibt? Einmal an einem dieser Poster-Strände liegen, aus einer Kokosnuss trinken und frische Ananas essen – klingt klischeehaft, ist aber definitiv einer der Reise-Träume, die ich mir noch erfüllen muss. Irgendwann später, wenn ich viel Geld verdiene, reich erbe, im Lotto gewinne oder auf welche Weise auch immer an das nötige Kleingeld komme. Bis dahin suche ich mir meine kleinen Paradiese hier, denn zu meinem Glück muss man ja nicht unbedingt in die Karibik fliegen um Karibik-ähnliche Strände zu finden.

Der Es Trenc Strand ist wohl der am häufigsten als „karibisch“ beschriebene Strand Mallorcas und tatsächlich kommt er meinen Traum-Vorstellungen ziemlich nahe. Der Sand ist weiß, das Meer kristallklar und es laufen auch wirklich Frauen am Strand entlang, mit Kokosnüssen und Ananas im Arm. Trotzdem sollte man nicht mit den Erwartungen herfahren, auf einmal in der Karibik zu stranden. Palmen, 30-Grad-Wasser und bunte Fische wird man hier eher nicht finden, aber: man wird die Dinge auch nicht vermissen.

IMG_3295

IMG_0384a

Wie das auf Mallorca so ist: Kaum ein Ziel erreicht man ohne eine etwas beschwerliche, gleichzeitig aber genauso sehenswerte Anfahrt, auch den Es Trenc Strand nicht. Die Zufahrtsstraßen sind gewohnt eng und das Aneinandervorbeifahren teilweise eine kleine Meisterleistung. Dafür kommt man, wenn man die Straße Richtung Ses Salines nimmt, an meterhohen Salzbergen vorbei, aus denen das berühmte Flor de Sal gewonnen wird und die aussehen wie Eisberge an Land. Dahinter schließt sich ein Naturschutzgebiet mit kleinen Lagunen und Sümpfen an, das eigentlich ein perfektes Fotomotiv darstellen würde – wenn Anhalten auf der Straße nicht praktisch unmöglich wäre, ohne sie gleich komplett zu blockieren.

Weiter geht’s mit dem Parken, was zwar einfach ist, dafür aber teuer. Um die sechs Euro kostet ein Tagesticket und etwas anderes als ein Tagesticket gibt es leider nicht. Wer das Geld lieber spart und dafür zehn Minuten Fußweg in Kauf nimmt, sollte die Zufahrtsstraße Richtung Ses Covetes wählen. Kurz vor dem Ort findet man den einzigen kostenlosen Parkplatz in Es Trenc Nähe. Und da der Bewegungsumfang bei einem Strandtag (oder zumindest bei meinen Strandtagen) meistens eher begrenzt ist, kann der Kilometer zu Fuß ja nicht schaden.

IMG_0386

Und wenn man dann am Strand steht, ist der ganze Weg ohnehin vergessen. Vor einem liegt für die nächsten rund drei Kilometer weißer Sand, begrenzt von Dünen und Pinienwäldern auf der einen Seite und dem türkisfarbenen Wasser auf der anderen. Hotels sieht man nur in der Ferne, am anderen Ende des Strands in Colonia de Sant Jordi. Ansonsten erwartet einen unbebaute Natur. Und wenn man es dann noch schafft, wie ich einen Liegeplatz in der ersten Reihe zu erwischen, ist das – oder wenigstens mein – Glück perfekt. Kann sein, dass sich das wenig aufregend anhört. aber ein Tag hier, nur einen guten Meter vom Meer entfernt, mit einem Buch in der Hand, dem Gefühl von Sonnenstrahlen auf der Haut und einer Aussicht wie dieser könnte besser für mich kaum sein.

IMG_3310

IMG_3318

Ehrlicherweise muss man natürlich ein paar Einschränkungen machen. Erstens: Wenigstens während der Sommermonate wird es wohl keinen Tag geben, an dem man den Strand für sich hat. Ja, es liegen andere Leute um einen herum aber nein, man wird keine Platzangst bekommen. Zweitens: Das Wasser ist natürlich nicht immer spiegelglatt wie auf den Fotos. Wellengang ist durchaus möglich und je nach dessen Stärke auch, dass Seetang mit ans Ufer gespült wird. Und drittens (und das sollte jetzt eigentlich niemanden überraschen): Auch der Himmel ist nicht immer strahlend blau, mit einer Sonne, die das Meer in seiner Farbvielfalt zum Leuchten bringt

Und sicher: Ein Tag an der Playa Es Trenc ist auf den ersten Blick am schönsten, wenn es sonnig ist und warm, wenn fast kein Wind weht und die weißen Segelboote ganz ruhig auf dem Wasser liegen. Aber: Es hat auch seinen Reiz, wenn dunkle Wolken über den Dünen aufziehen und plötzlich alles wilder und nicht mehr so lieb und friedlich wirkt. Vor allem werden die, die ausharren, mit viel Freiraum belohnt, wenn alle Familien um einen herum auf einmal die Flucht ergreifen.

IMG_3314

IMG_3326

Ich träume immer noch von der Karibik. Und das ist auch in Ordnung, denn was wäre ein Leben ohne Träume? Man muss es nur schaffen sie zu bewahren, so lange, bis sie sich schließlich erfüllen. Das ist wohl mit die größte Kunst im Leben. Aber ich denke, es ist es wert, geduldig zu sein, zu warten und an seinen Träumen festzuhalten. Nur so kann man am Ende erleben, wie fantastisch die Welt wirklich ist. Und wenn man in der Zwischenzeit Orte wie die Playa Es Trenc findet, fällt das Warten auch gleich nicht mehr so schwer.


3 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s